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 1.Mannschaft >Rheinlandliga<

   Verantwortlicher Trainer: Cornel Hirt
     Co-Trainer:

     Torwarttrainer: Arno Rothbrust    
     Sportlicher Leiter: Frank Schmitz
     Betreuer: Willi Tegeler 
     Physio:  Carsten Dierichs
     DFB-Vereinsmanager: Stefan Zeidan
                                                    Team-Arzt: Dr. Claus Court


SG Eintracht Mendig/Bell stellte seine Mannschaft in der Vulkan-Brauerei vor
Voller Tatendrang in die neue Saison

Mendig. Fußball-Rheinlandligist SG Eintracht Mendig/Bell hat seine neue Mannschaft vorgestellt. Und das im passenden Ambiente: in den Räumlichkeiten des Hauptsponsors, der Vulkan-Brauerei Mendig.

Im Rahmen einer 45-minütigen Brauereibesichtigung führte Robert Kamm durch das Unternehmen, anschließend präsentierten sich die Neuzugänge während einer Bierverkostung mit Brotzeit im neuen Tasting Room, der im modernen Paletten-Stil eingerichtet ist. Im Dialog mit dem SG-Vorsitzenden Harald Heinemann sorgte Kamm für einen kurzweiligen Nachmittag für die zahlreichen Gönner und Sponsoren.

„Wir feiern heute mit dieser Form der Teamvorstellung eine Premiere, aber ich bin sicher, dass wir dies in den nächsten Jahren fortsetzen werden“, erklärte Heinemann in seiner Begrüßungsansprache. „Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen unserer Einladung gefolgt sind. Persönlich sehe ich der neuen Saison und den vielen neuen Gesichtern optimistisch entgegen. Wir haben hart gearbeitet, aber wenn gefeiert wird, dann wird gefeiert.“

Nach dem ersten Bier, einem Mendiger Pils, traten der neue Trainer Florian Stein und Co-Trainer Holger Riek, ein 42-jähriger Berufsschullehrer, vor das Publikum. „Mein Hauptjob ist der eines Grundschullehrers, obwohl mir das in den vergangenen Wochen nicht ganz klar war“, gab Stein einen kurzen Einblick in sein Seelenleben. Auch der Sportliche Leiter Frank habe zuletzt sicher mehr Zeit mit ihm verbracht als mit Ehefrau Uschi: „Ich wusste im Vorfeld, dass er einen Wahnsinnsaufwand betreibt. Gleichzeitig muss ich eingestehen: Es ist noch mehr, als ich gedacht hatte.“

Genügend Zeit für den Umbruch

Seine Aufgabe sei es nun, alles aus der Mannschaft herauszukitzeln. „Wir werden als Einheit auftreten. Ich bitte aber darum, uns Zeit zu geben“, so Stein. „Bei diesen Strukturen dürften wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Die Rahmenbedingungen sind allererste Sahne. Fangt die Kritiker ein, bündelt die Kräfte, zieht alle an einem Strang. Hier wächst etwas zusammen, das ist zu spüren. Wir haben viele Spieler verloren, das tut weh. Aber wir werden diesen großen Umbruch bewältigen.“ Heinemann versprach „eine andere Außendarstellung“ als im vergangenen Jahr, bevor Kamm mit dem Weizenbier mit Bananen-Aroma das „Aushängeschild“ der Brauerei kredenzte. Danach waren die ersten Neuzugänge an der Reihe. Der 18-jährige Max Sauerborn aus Rüber, von der U19 der TuS Koblenz nach Mendig gekommen, soll in seinem ersten Jahr bei den Senioren auf der linken Seite oder im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommen. Nach Aussage seines Trainers verfügt er über eine herausragende Schusstechnik. Jason Franke (20) aus Köln wechselte vom Bezirksligisten VfR Bachem in die Vulkanstadt. „Prinz Kongo“, wie er im Mannschaftskreis genannt wird, ist im Normalfall auf der Außenbahn unterwegs. Seine Mutter stammt aus Tansania, sein Vater aus Jamaika. Der 21-jährige Kevin Wendt aus Bonn ist als Soldat in Daun stationiert und wird nach Aussage Steins „nicht nur das Land, sondern auch Mendig verteidigen“. Auch wenn es sich bei ihm um einen nominellen Stürmer handelt.

Nach einem Pale Ale mit Maracuja-Aromen und einem Indian Pale Ale mit einer Grapefruit-Note bildeten Mark Spohler (24) und Kevin Kostrewa (26) den Abschluss der Teamvorstellung. Der 24-jährige Spohler verfügt durch seine vier Jahre beim Oberligisten Bremer SV über die nötige Erfahrung und suchte nach einer studienbedingten Auszeit eine neue Herausforderung, die er nun in Mendig gefunden hat. Obwohl der Innenverteidiger erst seit drei Wochen mit der Mannschaft trainiert, übernimmt er schon Verantwortung. Ebenso wie der vom SV Kripp gekommene Kostrewa, der im defensiven Mittelfeld über eine überragende Physis verfügt. „Es ist besser, ihn in deiner Mannschaft zu haben“, ließ Trainer Stein durchblicken. Mit einem gemütlichen Zusammensein in der Brauerei klang die harmonische und perfekt inszenierte Teamvorstellung aus.



Spieler:

1) Jan Heinemann

2) Alexander Court

7) Magomed Ibragimov

18) Lars Assenmacher

23) Florian Schlich

31) Milan Rawert

Frank Schmitz

Arno Rothbrust

Zeugwart) Willi Tegeler

DFB-Vereinsmanager)
Stefan Zeidan


Mendig. Die SG Eintracht Mendig/Bell ist für den erst 27-jährigen Florian Stein aus Andernach die erste Trainerstation überhaupt. Er will den Verein in ruhiges Fahrwasser führen. Vor dem ersten Heimspiel der Saison am Sonntag, 7. August, um 14.30 Uhr an der Brauerstraße gegen den SV Windhagen, den Aufsteiger aus der Bezirksliga Ost, hat sich der junge Übungsleiter, im vergangenen Jahr noch als Spieler für den Oberligisten SpVgg Burgbrohl aktiv, im Interview zu seinen Zielen geäußert.

Die vergangene Spielzeit verlief für Ihren neuen Verein äußerst turbulent. Warum haben Sie ausgerechnet diese Aufgabe übernommen?

Stein: So ganz unerfahren bin ich nicht. Ich habe die A-Lizenz, bin DFB-Stützpunkttrainer, Lehrreferent beim Fußballverband Rheinland und betreue verschiedene Verbandsauswahlen als Co-Trainer. Das Backgroundwissen ist also da, aber ich will mich nun nicht nur im Lehrsaal, sondern auch an der Basis profilieren. Als Grundschullehrer in Mendig bin ich der Stadt und dem Verein ja ganz gut gesonnen.

Hat Sie der Sportliche Leiter Frank Schmitz als Trainer oder als Spielertrainer engagiert?

Stein: Die erste Anfrage kam an den Spieler Florian Stein, aber es hat sich schnell herauskristallisiert, dass es nicht mehr geht. Ich kann mich zwar bewegen, aber nicht mehr auf dem Niveau spielen, was ich mir vorstelle. Es war ein schwieriger Schritt zu sagen, du spielst nicht mehr. Und es tut verdammt weh, gar keine Frage, aber ich werde mich den neuen Herausforderungen stellen.

Um welche Verletzung handelt es sich genau?

Stein: Um einen Knorpelschaden im Sprunggelenk. In der Saison 2014/2015 habe ich mich vor dem Rheinlandpokalfinale in Polch gegen den FSV Salmrohr fitspritzen lassen. Für 30 Minuten sollte es reichen. Ich wurde in der 60. Minute eingewechselt. Durch die Verlängerung wurden es dann 60 Minuten. Die Schmerzen waren kaum zu ertragen. Danach habe ich mich zu einer Operation entschlossen. In der gesamten Spielzeit 2015/2016 habe ich um den Anschluss gekämpft. Im vorletzten Spiel der Saison habe ich der SpVgg Burgbrohl gegen den FC Karbach durch meinen 2:1-Siegtreffer den Klassenverbleib gesichert. Eine Woche später stand ich bei der Partie beim SV Gonsenheim zwischen den Pfosten, weil beide etatmäßigen Torhüter fehlten. Hätte es einen schöneren Moment geben können, um einen Schlussstrich zu ziehen?

In Mendig warten gleich die nächsten Herausforderungen…

Stein:  Absolut. Vor vier Wochen standen wir am Tiefpunkt, wir hatten gerade neun Spieler unter Vertrag. Unsere acht Neuzugänge haben wir spät bekommen, aber wir konnten uns gut verstärken. Jetzt wollen wir noch einen neuen Stürmer holen. Es ist sicherlich ein riesengroßer Umbruch, den es in dieser Form auf keinen Fall jedes Jahr geben darf. Meine Aufgabe wird es nun sein, eine funktionierende Mannschaft zu kreieren.

Was können die Zuschauer in dieser Saison von der SG Eintracht Mendig/Bell erwarten?

Stein: Es wird ein schwieriger Start, da bin ich mir sicher. Wir brauchen Zeit, ein Gut, das du im Fußball allerdings nur selten hast. Die Frage wird sein: Werden alle genug Geduld aufbringen, um etwas zusammenwachsen zu lassen? Wenn wir das schaffen, werden wir konkurrenzfähig sein.

Lässt sich ein Saisonziel formulieren?

Stein: Wenn es gut läuft und wir von Verletzungen verschont bleiben, können wir Platz zehn anvisieren. Die vergangene Saison ist zugegebenermaßen unrhythmisch verlaufen. Meine Aufgabe wird es sein, die Mannschaft und den ganzen Verein in ruhiges Fahrwasser zu führen. Gegen den Ball arbeiten wir schon ganz gut, in der Offensive hakt es noch. Wir dürfen und wir werden nicht in Hektik verfallen.

Wie sehr freuen Sie sich auf die Derbys gegen Andernach, Mayen oder Mülheim-Kärlich?

Stein: Riesig, ohne Zweifel. Die Rheinlandliga ist eine attraktive Klasse. Dennoch sollten junge Spieler immer die höchstmögliche Liga anstreben. Ich konnte es nicht verstehen, dass im vergangenen Jahr viele Mannschaften nicht aufsteigen wollten. Am ersten Oberliga-Spieltag mussten wir mit Burgbrohl nach Neunkirchen ins Ellenfeld-Stadion. Marode Holztribünen, ein Ex-Bundesligist. Das hatte für mich ein ganz besonderes Flair. Im Endeffekt muss das aber jeder Verein für sich selbst entscheiden.

Das Gespräch führte Stefan Schmitz für Eifel TV